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09.09.2010

Email: forschungsfragen@dgss.org


Neue Ausschreibung des BMBF

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat Förderrichtlinien zur Einrichtung von Netzwerken zu seltenen Erkrankungen herausgegeben, die am 1.12.2000 in Kraft getreten ist.
Mit dieser Fördermaßnahme beabsichtigt das BMBF den Aufbau einer zielgerichteten Forschung zu Prävention, Diagnose und Therapie seltener Erkrankungen zu unterstützen. Hierzu soll in ausgewählten Krankheitsbereichen, die über eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur verfügen, die Einrichtung von überregional angelegten nationalen Netzwerken gefördert werden.
Das Antragsverfahren ist zweistufig. Bis zum 30.4.2001 sollen Skizzen zu Netzwerken für seltene Erkrankungen in englischer Sprache in 20 Exemplaren beim Projektträger (DLR) eingereicht werden. Ansprechpartner beim DLR ist Frau PD Dr. Lücke, Tel. 0228/3821-198, FAX -257. Der Bekanntmachungstext und Erläuterungen dazu sind im Internet unter www.dlr.de/PT abzurufen. (5.12.00)

Neue Ausschreibung des BMG


Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozeß
. Eine neue Ausschreibung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) rückt erstmals die Patientenorientierung im individuellen Arzt-Patienten-Verhältnis in den Blickpunkt.
"Patientenorientierung" ist in letzter Zeit ein häufiges Schlagwort im Gesundheitswesen, und es ist in der Gesundheitspolitik viel die Rede davon, daß der Patient im Mittelpunkt steht. Was "Patientenorientierung" konkret bedeutet, zeigt sich nicht zuletzt im individuellen Arzt-Patienten-Verhältnis. Dabei wandelt sich das Verhältnis zunehmend von einem paternalistischen zu einem partnerschaftlichen Umgang miteinander.
Bei vielen Erkrankungen existieren verschiedene Behandlungsoptionen, die mit unterschiedlichen Erfolgsraten, Risiken und Nebenwirkungen für den einzelnen Patienten verbunden sind. In diesen Fällen sollten daher Arzt und Patient auf der Basis eines gegenseitigen Informationsaustausches im Konsens gemeinsam die erforderlichen Entscheidungen treffen. Der Informationsaustausch muß eine umfassende Information des Patienten über die Behandlungsoptionen und eine Ermittlung der persönlichen Präferenzen des Patienten beinhalten. Arzt und Patient brauchen hier Anreize und Unterstützung. Können Schulungen, Programme oder Informationsblätter- und -sendungen dies unterstützen? In den USA wurde ein "shared decision-making" benanntes Modell entwickelt und erfolgreich erprobt. Aber auch andere Ansätze sind denkbar.
Die neue Ausschreibung des BMG will durch die Förderung von Modellprojekten Ansätze erproben, um den geeignetsten Weg herauszufinden, das Ziel der Patientenorientierung zu verwirklichen. Das Förderangebot richtet sich an Einrichtungen des Gesundheitswesens im ambulanten oder stationären Bereich, in denen die oben beschriebenen Entscheidungsprozesse zum medizinischen Alltag gehören. Als Antragsteller kommen ebenfalls Fachgesellschaften, Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen, Krankenhausträger, Selbsthilfeorganisationen und andere Patientengruppen sowie universitäre oder außeruniversitäre Institutionen in Frage.
Die Frist zur Erreichung von Anträgen endet mit dem 31.01.2001.
Nähere Informationen sowie den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie im Internet (http://www.bmgesundheit.de/themen/ressort/resort.htm und www.dir.de/PT oder postalisch bei DLR Projektträger "Gesundheitsforschung" Südstr. 125, 53175 Bonn. (10.11.00)

Zur Förderung von "Forschungsverbünden für Schmerzforschung" durch das BMBF teilt Prof. Handwerker für die Forschungskommission mit (6.7.2000):
Im Mai diesen Jahres hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung endlich die lang erwartete Ausschreibung eines Förderinstrumentes für "Forschungsverbünde für Schmerzforschung" angekündigt. Der Text ist im Bundesanzeiger Nr. 89 vom 11.05.00 erschienen und läßt sich über das Internet abrufen unter www.dlr.de/PT/Gesundheitsforschung/gf_home.htm.
Wie Sie der Ausschreibung entnehmen können, sollen insgesamt vier Schwerpunkte gefördert werden:

  • Schmerzen des Bewegungsapparates, insbesondere Rückenschmerzen,
  • Kopfschmerzen/Migräne,
  • Tumorschmerzen,
  • Neuropathische Schmerzen.

Insgesamt ist nicht besonders viel Geld vorhanden, zu rechnen ist mit ca. 1,2 Millionen DM pro Schwerpunkt. Es soll in jedem Bereich nur ein Verbund gefördert werden. Die Anträge sind in Englisch zu stellen und werden international begutachtet. Es gilt also möglichst schlagkräftige Verbünde zu bilden, die aus international angesehenen Forschern bestehen und daher bei der Begutachtung auch Aussicht auf Erfolg haben. Die Mitglieder der DGSS, die sich bei diesem Förderinstrument bewerben wollen, können sich nur zu Verbünden zusammenfinden und Anträge stellen. Wenn wir davon ausgehen, daß in jedem der angesprochenen Bereiche ein Verbund gefördert wird, dann wäre es natürlich schön, wenn überall Mitglieder der DGSS dabei wären. Natürlich kann die DGSS nicht festlegen, wer einen Antrag stellen soll, und sie kann auch nicht eine Gruppe einer anderen gegenüber bevorzugen. Das würde auch gar nichts helfen, denn bewerben kann sich jeder, und letztlich entscheiden die Gutachter.
Dennoch kann ich Ihnen hier meinen Wissensstand darüber mitteilen, wer einen Schwerpunkt organisieren will. Auf dem Gebiet des Kopfschmerzes ist das Prof. Diener in Essen, beim neuropathischen Schmerz Prof. Baron in Kiel und PD Dr. Tölle in München (gemeinsam), auf dem Gebiet des Tumorschmerzes Prof. Zenz in Bochum. Über eine Initiative auf dem Gebiet Rückenschmerz ist mir derzeit nichts bekannt, ich nehme aber an, daß auch hier Aktivitäten laufen. Interessenten mögen sich bitte an die genannten Kollegen wenden, ob sie noch in deren geplanten Verbund einsteigen können. - es sei denn, Sie wollen eine eigene Gruppe bilden und selbständig einen Antrag stellen.
Der Zeitrahmen ist leider sehr knapp: Projektskizzen müssen bis Mitte August eingereicht werden, wie gesagt, auf Englisch. Sie werden dann begutachtet, und die erfolgreichen Gruppen werden gegen Ende des Jahres aufgefordert, einen Antrag zu stellen. Mit einer Förderung wäre dann etwa ab Mitte 2001 zu rechnen.
Hoffentlich sind die Mitglieder der DGSS bei dieser Verbundforschung möglichst erfolgreich!

Am 19.4.1999 fand in BMBF ein Fachgespräch "Schmerzforschung" statt, das Anregungen für das Programm "Gesundheitsforschung 2000" der Bundesregierung sammeln wollte. Für die DGSS stellten Prof. Brune (Vizepräsident) und Prof. Handwerker (Sprecher der DGSS-Kommission für Forschungsfragen) ein Exposé aus der Forschungskommission zur Diskussion, das hier als PDF-Datei heruntergeladen werden kann (Adobe Reader erforderlich).

 
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