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Der Deutsche Schmerzfragebogen wurde durch die Ad-hoc-Kommission der DGSS grundlegend überarbeitet. Eine Kürzung des Fragebogens im Sinne der Erhöhung der Praktikabilität stand im Vordergrund der Arbeiten. Der von der Kommission vorbereitete Fragebogen wird deutlich schlanker sein als der frühere. Mehrere Testinstrumente/Items wurden eliminiert bzw. deutlich verkürzt. Grundlage für diese Entscheidung waren eigene Validierungsarbeiten.
Neben der Prüfung von Verständnis und Ökonomie wurden insbesondere die psychometrischen Skalen auf ihre parametrischen Eigenschaften geprüft. Die Adjektiv-Liste (SES) wurde durch eine erheblich kürzere Liste mit nur 12 Items ersetzt, damit ist dieses Verfahren jetzt copyright-frei. Die Kommission war jedoch der Meinung, dass andere lizenz-geschützte Instrumente in der offiziellen Version enthalten bleiben sollten. Dieses sind der HADS (Hospital Anxiety and Depression Scale) als Depressions-Screening (statt der ADS), und der SF-12 statt des SF 36 als Instrument zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Einige Fragen wurden so verändert, dass eine Berechnung der v.Korff-Graduierung möglich ist. Diesbezüglich wurde die Erfassung der Schmerzintensität adaptiert und der PDI durch die entsprechenden Disability-Fragen der v.Korff-Graduierung ersetzt. Die Komorbiditätsliste, eine Liste der Begleitsymptome, arbeitsplatzspezifische Items sowie Items der sozialrechtlichen Situation wurden grundlegend überarbeitet. Darüber hinaus wurden Vorschläge für modulare Erweiterungen erarbeitet, um die differentialdiagnostischen Eigenschaften des Fragebogens für große Diagnosegruppen (Kopfschmerz, Rückenschmerz, neuropathischer Schmerz, viszeraler Schmerz) zu verbessern. Derzeit laufende, aber noch nicht abgeschlossene Aktivitäten: - Der Veränderungsfragebogen wird an die neue Fassung adaptiert.
- An kleinen Stichproben werden Reliabilitäts- und Validitätsstudien durchgeführt.
- Für die Überarbeitung des Layouts werden derzeit Angebote eingeholt.
- Aktuell laufen Verhandlungen mit dem Hogrefe-Verlag über die Lizenzgebühren für HADS und die SF-12. Nach Mitteilung des Hogrefe-Verlages vom 10.07. wird sich Übermittlung eines konkreten Angebotes aufgrund Abstimmungsproblemen mit Unterverlag (Huber) sowie den Autoren (Bullinger, Herrmann) verzögern.
Nach Fertigstellung des Fragebogens soll zunächst eine Kontrolle auf Verständlichkeit, Plausibilität und Vollständigkeit durch externe Beurteiler erfolgen. Gedacht ist an in der Schmerztherapie erfahrene Ärzte und Psychologen, die jedoch bisher nicht an der Entwicklung beteiligt waren. Auch eine Einschätzung von Patientenseite ist vorgesehen. Anschließend wird der Fragebogen dem Präsidium zugesandt und von diesem den Mitgliedern auf der Homepage vorgestellt. Die Ergebnisse der Kommission werden auch auf einem Symposium auf dem Deutschen Schmerzkongress in Münster vorgestellt. Des weiteren ist eine größere Validitätsstudie im Anschluss geplant. Ziel ist ein einheitlicher gut validierter Anamnesebogen, der für alle chronischen Schmerzpatienten anwendbar ist und durch möglichst viele Einrichtungen genutzt wird. Daher wurde mit allen Arbeitskreisen der DGSS, aber auch mit dem STK Kontakt aufgenommen.
PD M. Pfingsten (Göttingen) (14.7.2003) |