
Email: schmerzfragebogen@dgss.org 
Mitte des Jahres 2004 hatten Vertreter der DGSS (M. Pfingsten, B. Nagel) und des STK-DGS (H. Seemann, O. Emrich) einen abgestimmten Vorschlag für einen gemeinsamen Schmerzfragebogen erarbeitet. Nach einer mehrmonatigen Verhandlungsphase und weiteren Feinabstimmungen haben beide Schmerzgesellschaften schließlich die Validierung dieses Fragebogens beschlossen. Das Projekt wird von der Kommission der beiden Gesellschaften (s.o.) geplant und vom CLARA-Institut für klinische Forschung (Frau G. Lindena) logistisch betreut. Im Mai wurden der Projektplan, Anamnese- und Verlaufsfragebogen, Anschreiben an die Teilnehmer, sowie die Befragungsbögen (für Ärzte und Patienten) inhaltlich konzipiert, layoutet und gedruckt. Letztendlich sollen 1000 vollständige Dokumentationen aus allen Versorgungsbereichen (ambulante Schmerztherapeuten in Praxen und in Krankenhausambulanzen, Tageskliniken und Schmerzstationen) analysiert und die Ergebnisse in einem Handbuch zusammengestellt werden. Die ehrgeizige Planung sah einen Beginn der Studie ab 10. Juni 2005 vor; der Patienteneinschluss soll Ende September beendet sein. Der Fragebogen enthält alle Module und ist damit 17 Seiten lang.
Die Validierung des Fragebogens erfolgt nicht über den Abgleich mit anderen Instrumenten sondern über die Ergebnisse der ärztlichen Anamnese/Exploration und der ärztlichen Befragung. Dazu wurden standardisierten Fragen an die beteiligten Ärzte sowie ein Verfahren zum Abgleich der Information aus Fragebogen einerseits und Exploration andererseits entwickelt. Da eindeutig abschätzbar war, dass für die teilnehmenden Ärzte / Institutionen ein erheblicher und über das Normale hinausgehender Aufwand entsteht, erhalten die Teilnehmer eine Aufwandsentschädigung von 250 Euro für 25 komplette Datensätze (inkl. Verlaufsbefragung nach 4 Wochen).
Nach dem derzeitigen Stand wurden 127 Einrichtungen angeschrieben, von denen 63 teilnehmen, 26 haben bereits 242 Fragebögen eingesandt (Stand 8.8.05). Kompliziert bei einem solchen Projekt ist die Anpassung an die eigene übliche Vorgehensweise: Z.T. werden die Fragebögen postalisch verschickt und sind selbst Voraussetzung für eine Terminvergabe, was zusätzlich zu den Wartelisten einen entsprechend langen Vorlauf bedingt. Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass die Patienten sehr unterschiedlich lange zum Ausfüllen benötigen. Die teilnehmenden Ärzte beurteilen den Fragebogen als gutes Abbild der Krankengeschichte des Patienten und hilfreich zur Strukturierung der Information, andererseits wird aus den Rückmeldungen aber auch deutlich, dass die Umstellung von Fragen und Instrumenten im neuen Fragebogen durchaus gewöhnungsbedürftig ist.
Nach der Validierung soll neben dem Handbuch mit den inhaltlichen Informationen ein Scanprogramm zur Verfügung stehen, das die Eingabezeiten erheblich verringern soll. Das Access-Programm, das im Projekt zur Dateneingabe benutzt wird, wird mit einer Überführung nach SPSS ebenfalls angeboten.
Wir wollen mit diesem Projekt zur flächendeckenden Verbreitung des Fragebogens in allen schmerztherapeutisch versierten Einrichtungen beitragen, gleichzeitig die Verfügbarkeit der Daten für Wissenschaft, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung erleichtern.
M. Pfingsten u. B. Nagel |