
Der Arbeitskreis Akutschmerz (Gründung 17.10.1998) ist ein offener Arbeitskreis mit zunehmender Mitgliederzahl. Seit dem letzten Bericht aus 2001 hat sich der Mitgliederbestand von 35 auf 49 Mitglieder erhöht. Sie kommen vorwiegend aus den Bereichen Anästhesiologie und Chirurgie. Neben regelmäßigen Treffen auf der Jahrestagung der DGSS finden mindestens zweimal jährlich anderthalbtägige Sitzungen des Arbeitskreises an verschiedenen Orten in Deutschland statt, die von Mitgliedern des Arbeitskreises organisiert werden. Anmeldungen zur Mitarbeit im Arbeitskreis werden an den Sprecher (Prof. Neugebauer, Köln) gestellt. Die Mitgliederdatei wird von der Universität Witten-Herdecke, Chirurgische Klinik Wuppertal geführt und regelmäßig aktualisiert. Die 8. Sitzung des Arbeitskreises fand im Rahmen der DGSS-Tagung in Berlin am Freitag, dem 5.10.2001 statt. Die 9. Sitzung fand vom 15.-16.2.2002 in Bochum (Organisation Prof. Maier/ Dr. Wiebalk) statt. Das 10. Treffen wird am 12.-13.Juli 2002 (Organisation Dr. Meißner, Jena) in Weimar stattfinden. Die Sitzung des Arbeitskreises folgt einer einheitlichen Struktur. Am ersten Tag, Beginn 18:00 Uhr, folgen nach allgemeinen Informationen durch den Sprecher des Arbeitskreises die Berichte der eingerichteten Arbeitsgruppen jeweils durch den gewählten Sprecher. Auf der Basis der Berichte werden die Ziele für die Arbeitsgruppen am Abend und für den Folgetag besprochen und aufeinander abgestimmt. Nach einem gemeinsamen Abendessen folgt ein Vortrag zu einem aktuellen Thema im Bereich Akutschmerz. Das Ergebnis der Arbeitsgruppenbesprechungen am Freitag/Samstag und die Ziele bis zur nächsten Sitzung werden in einer abschließenden, gemeinsamen Sitzung aller Arbeitsgruppen festgelegt. Von jeder Sitzung wird ein Protokoll (Protokollführer Dr. Lux, Dr. Keck) erstellt und zeitnah an die Mitglieder des Arbeitskreises verschickt. Die gewählten Vorsitzenden der einzelnen Arbeitsgruppen halten regelmäßigen Kontakt zum Sprecher des Arbeitskreises und den Mitgliedern ihrer Arbeitsgruppe und stellen somit die Kontinuität zwischen den Arbeitsgruppentreffen sicher. Als besonderes Ereignis und Highlight des letzten Jahres wird das 2. Symposium "Akuter Schmerz im chirurgischen Alltag" vom 30.11.-1.12.2001 in Köln gewertet. Es nahmen ca. 500 Personen an diesem Symposium teil. Das Interesse an den parallel zwischen Hauptvorträgen und freien Vorträgen angebotenen Workshops zu verschiedenen Themen war so groß, dass einige Workshops wiederholt werden mussten. Der Arbeitskreis war mit einem Stand in der Industrieausstellung und einem Vortrag zu Zielen und Aufgaben des Arbeitskreises im Hauptprogramm vertreten. Das Programm und die Abstracts dieses Symposiums wurden in der Zeitschrift "Der Schmerz" in der Oktoberausgabe 2001 publiziert. Das Symposium wurde begleitet durch eine Kunstausstellung "Schmerz und Schmerztherapie im Spiegel der Kunst" durch Bilder der 1999 gegründeten Arthothek von Herrn Dr. E.A. Lux aus Lünen. Ihm ist in besonderer Weise für das kostenlose zur Verfügungstellen der Bilder, vor allem auch des bildenden Künstlers Helge Leihberg zu danken. Hauptzielgruppe des Symposiums waren Vertreter der operativen Fächer sowie die in diesem Bereich arbeitenden Pflegekräfte. Letztere veranstalteten ein eigenes Symposium. Zwei Drittel der Besucher stammten aus den operativen Disziplinen. Auf die Zusammenarbeit mit den Pflegekräften legt unser Arbeitskreis in besonderer Weise Wert. Der Kongress hat eine hohe Öffentlichkeitswirkung erzielt und schloss mit einem Patientenforum unter der Moderation von Frau Dr. Marianne Koch (Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e.V.) ab.
Berichte aus den Arbeitsgruppen: AG Öffentlichkeitsarbeit (Sprecher Frau Dr. Stehr-Zirngibl) und AG Fortbildung (Sprecher Dr. Hoffmann, Frau Dr. Gräfin von Schmettow) Ziel dieser Arbeitsgruppen ist es, das Thema Akutschmerz sowohl der allgemeinen Öffentlichkeit, aber auch den wissenschaftlichen Fachgesellschaften stärker in das Bewusstsein zu rücken. Hier wurden verschiedene Aktivitäten entwickelt und zum Teil abgeschlossen: a) Die Arbeitsgruppen haben im vergangenen Jahr nach ca. 1½-jähriger Arbeit ein "Akutschmerzmanual für Kliniken" erstellt sowie mit Pflegekräften unter Leitung von Frau Koch- Epping und Herrn Märkert ein Pflegemanual fertiggestellt. Beide sind sowohl als Ringbuchausgabe als auch als CD Rom im Deutschen Schmerzverlag publiziert worden. Beide Manuale sind auf dem Server der DGSS abrufbar. Für das Akutschmerzmanual sei in besonderer Weise Frau Dr. Gräfin von Schmettow gedankt, die vor allem die Logistik und den Druck übernommen hat. Dieses Manual soll auf regionalen Kongressen vorgestellt und verbreitet werden und kann - solange der Vorrat reicht - kostenfrei über Frau Dr. Gräfin von Schmettow bezogen werden. b) Auf der Basis dieses Manuals wurde begonnen, ein Akutschmerzcurriculum zu erstellen. Geplant ist eine Einheit von 4 Blöcken a 20 Stunden, die komplett als Wochenendseminar sowie in Einzelseminaren zu je 5 Stunden angeboten werden soll. Das Curriculum wird unter Mitarbeit aller Mitglieder des Arbeitskreises erstellt (Leitung Dr. Stehr-Zirngibl, Dr. Wiebalk, Prof. Neugebauer). Derzeit wird dieses Curriculum parallel als eigenes Buch (Publikation im Uni-Med Verlag) vorbereitet. Das Buch soll im Herbst 2002 fertiggestellt an den Verlag weitergeleitet werden. Entsprechende Verträge wurden geschlossen. c) Unter Federführung von Herrn Dr. Müller und Dr. Kammermeyer wurde eine Internetpräsentation des Arbeitskreises erstellt. Diese Homepage soll auf die DGSS Homepage gestellt werden. Für Arbeitskreismitglieder (Passwort geschützt) wird ein eigenes Kommunikationsforum über das Internet geschaffen. d) Darstellung des Themas Akutschmerz auf verschiedenen Symposien und Kongressen:
* Auf dem Deutschen Chirurgenkongress vom 7.-10.Mai 2002 wurde ein Satellitensymposium zusammen mit der Firma Pfizer zum Thema: "Interdisziplinäre Zusammenarbeit" durchgeführt. * Auf dem Deutschen Schmerzkongress 2002 ist der Arbeitskreis mit einem Symposium zur Chronifizierung akuter Schmerzen sowie einem Praktikerseminar zum Thema "Akutschmerz" vertreten. * Auf dem Deutschen Chirurgentag in Köln (4.-5.10.2002) veranstaltet der Arbeitskreis Akutschmerz ein eigenes Seminar * Es ist dem Arbeitskreis Akutschmerz weiter gelungen, das Thema als Hauptthema des Jahreskongressses der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie in Berlin (12.-15. 11.2002) zu plazieren. Es werden an drei aufeinander folgenden Tagen Kurse zum Thema stattfinden. Darüber hinaus gibt es eine Hauptsitzung sowie ein Satellitensymposium während dieses Kongresses. * Ein weiteres Symposium findet auf dem Niederrheinisch-Westfälischen Chirurgenkongress in Essen (27.09.2002) unter Leitung von Prof. Neugebauer und Frau Dr. Stehr-Zirngibl zusammen mit dem Arbeitskreis statt. * Vom 6.-8. 12.2002 findet unter Mitarbeit des Arbeitskreises eine Veranstaltung der Reihe "DGSS meets Surgeons" auf Schloss Bensberg bei Köln statt. Hier ist es uns gelungen, die Ordinarien der Chirurgischen Universitätskliniken mit Experten aus dem Bereich des Akutschmerzes zusammenzuführen. Diese Veranstaltung (Organisation Prof. Neugebauer) findet unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und der DGSS statt.
AG Dokumentation und Qualitätssicherung (Sprecher Dr. Gehling, Dr. Meißner, Prof. Tryba) Diese Arbeitsgruppe wurde mit der Arbeitsgruppe Organisation und Kooperation vereinigt. Nachdem die Mustervereinbarung (s.u.), die die Zusammenarbeit zwischen Chirurgen und Anästhesisten in den Krankenhäusern regeln soll, vom Präsidium der DGSS und dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen genehmigt wurde, steht nach wie vor eine Zustimmung seitens des Berufsverbandes der Anästhesisten aus. Herr Prof. Laubenthal (Bochum) und Herr Prof. Tryba (Kassel) haben sich hier um die Klärung von Missverständnissen bemüht. Sie waren jedoch letztlich bisher nicht erfolgreich, so dass die Mustervereinbarung nun ohne den Berufsverband der Anästhesisten in den Mitteilungen des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen abgedruckt wird. Als neue Aufgabe der Arbeitsgruppe wurde die Definition von Minimalstandards der Dokumentation postoperativer Schmerztherapie mit systemischen Analgetika angegangen. Die Arbeiten hierzu sind in vollem Gange. Nach Abschluss der Arbeiten wird es eine Vortestphase an verschiedenen Kliniken geben.
AG Studien (Sprecher Dr. Simanski) Die Arbeitsgruppe hat eine Literaturdatenbank zum Thema Akutschmerz erstellt und nach EBM Kriterien bewertet. Einzelne Mitglieder der Arbeitsgruppe sichten und bewerten die Publikationen verschiedener Journals und stellen diese in die Homepage der DGSS. Die Arbeitsgruppe hat im vergangenen Jahr darüber hinaus begonnen, die S2 Leitlinie Akutschmerz zu überarbeiten und im Sinne der AWMF in eine S3 Leitlinie zu überführen. Erste Vorarbeiten wurden durchgeführt, die Frage der Finanzierung dieser Maßnahme ist jedoch nach wie vor offen. Federführend für die Leitlinienentwicklung wird Prof. Neugebauer mit seiner Gruppe in Köln sein.
Das nächste Treffen des Arbeitskreises Akutschmerz findet in Weimar vom 12.-13. Juli 2002 statt. (Organisation Dr. Meißner, Jena). Für das Jahr 2003 ist ein 3. Symposium "Akuter Schmerz in der Chirurgie" wiederum im Dezember in Köln geplant. Erste Schritte zur Realisierung wurden bereits in Angriff genommen.
Prof. E. Neugebauer (10.7.02) |