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06.09.2010

(Sprecher: Prof. Dr. E. Neugebauer, Köln) (nach oben)

Der Arbeitskreis Akutschmerz (Gründung: 17.10.1998) ist ein offener Arbeitskreis der DGSS, der auf Grund seiner vielfältigen Aktivitäten seine Mitgliederzahl über die Jahre ständig steigern konnte. Er besteht zurzeit aus 50 Mitgliedern, die vorwiegend aus den Bereichen Anästhesiologie und Chirurgie kommen. Neben regelmäßigen Treffen auf der Jahrestagung der DGSS finden
mindestens zweimal jährlich 1 ½ tägige Sitzungen des Arbeitskreises an verschiedenen Orten in Deutschland statt, die von Mitgliedern des Arbeitskreises organisiert werden. Anmeldungen zur Mitarbeit im Arbeitskreis können an den Sprecher gerichtet werden. Die Mitgliederdatei wird vom Sekretariat von Professor Neugebauer (Frau Niklas) geführt und regelmäßig aktualisiert (e-mail: sekretariat-neugebauer@uni-koeln.de). Der letzte Bericht ist in den Arbeitsunterlagen der Mitgliederversammlung der DGSS im Jahre 2003 in Münster erschienen. Seit diesem Bericht haben vier weitere Sitzungen des Arbeitskreises stattgefunden:

o 13. Treffen am 11./12.07.2003 in Konstanz
(Organisation: Frau Gerards, Herr Hoederath)

o 14. Treffen am 09.10.2003 zur Jahrestagung der DGSS in Münster
(Organisation: Prof. Neugebauer)

o 15. Treffen am 19./20.03. 2004 in Berlin
(Organisation: Frau Dr. Hoffmann)

o 16. Treffen am 02./03.07.2004 in Wuppertal
(Organisation: Frau Dr. Stehr-Zirngibl)

Das 17. Treffen ist erneut zum Jahrestreffen der DGSS in Leipzig im Oktober geplant. Die Sitzungen des Arbeitskreises folgen in der Regel einer einheitlichen Struktur. Am ersten Tag (Beginn: 18:00 Uhr) folgen nach allgemeiner Information durch den Vorsitzenden/ Stellvertreter die Berichte der eingerichteten Arbeitsgruppen jeweils durch den gewählten Sprecher. Auf der Basis der Berichte werden die Ziele für die Arbeitsgruppen am Abend und für
den folgenden Tag besprochen und aufeinander abgestimmt. Einem gemeinsamen Abendessen folgt ein Vortrag zu einem aktuellen Thema aus dem Bereich Akutschmerz. Das Ergebnis der Arbeitsgruppenbesprechung am Freitag/Samstag und die Ziele bis zur nächsten Sitzung werden in einer abschließenden, gemeinsamen Sitzung aller Arbeitsgruppen festgelegt. Von
jedem Treffen wird ein Protokoll (Protokollführer: Herr Hoederath) erstellt und zeitnah an die Mitglieder des Arbeitskreises verschickt. Die gewählten Sprecher der einzelnen Arbeitsgruppen halten regelmäßigen Kontakt zum Sprecher des Arbeitskreises und den Mitgliedern ihrer Arbeitsgruppe und stellen somit die Kontinuität zwischen den Arbeitsgruppentreffen sicher.

Highlights
Besondere Hightlights seit dem letzten Bericht waren

.. das III. Symposium „Akuter Schmerz im chirurgischen Alltag“ im Dezember 2003 in Köln unter der Leitung von Prof. Neugebauer. Das III. Symposium war wiederum sehr gut besucht (400 Teilnehmer) und breit getragen von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, vertreten durch den Generalsekretär, und der Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie, Prof. Laubenthal und die DGSS vertreten durch Prof. Dr. Michael Zenz. Ein Schwerpunkt des Symposiums war die Diskussion aktueller Themen und Weiterentwicklungen in den Gebieten Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie, Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Gynäkologie, Urologie, Kinderchirurgie sowie der ambulanten Chirurgie
und der Pflegeforschung. Neben den Hauptsitzungen gab es fünf Vortragssitzungen sowie insgesamt sieben gut besuchte Workshops. Erstmals wurde auch das Curriculum Akutschmerztherapie als eigenständige Veranstaltung 25 Teilnehmern angeboten. Zusammen mit Frau Drießen, der Pressesprecherin der DGSS, wurde eine Pressekonferenz mit großer Resonanz durchgeführt. Das Symposium kann als ein großer Erfolg angesehen
werden. Die Abstracts der Beiträge wurden in „Der Schmerz“ publiziert.
.. Curriculum Akutschmerztherapie: Von Mitgliedern des Arbeitskreises Akutschmerz wurde ein 20stündiges Curriculum Akutschmerztherapie entwickelt. Es beinhaltet die wichtigsten Grundlagen für eine adäquate Durchführung der peri- und postoperativen Schmerztherapie in allen operativen Fächern und richtet sich vorwiegend an Chirurgen aller Disziplinen. Das Curriculum ist offiziell von der Aus- und Weiterbildungskommission der DGSS und dem Berufsverband der Chirurgen (BDC) anerkannt und wurde von verschiedenen
Landesärztekammern zertifiziert. Für das Jahr 2004 sind noch fünf Kurstermine
an verschiedenen Orten vorgesehen:

17./18.09.2004 in Jena
22./23.10.2004 in Berlin
05./06.11.2004 in Dortmund
26./27.11.2004 in Kassel
03./04.12.2004 in München

Die Organisation wurde der Firma comed GmbH in Köln übertragen. Die Anmeldungen zu den Kursen können über das Sekretariat von Prof. Neugebauer erfolgen.

.. Publikation „Akutschmerztherapie – ein Curriculum für Chirurgen“: Unter der Mitarbeit des Arbeitskreises erschien zum III. Symposium und zum Curriculum ein gleichnamiges Buch beim Uni-Med-Verlag (Hrsg. E. Neugebauer, A. Wiebalck, S. Stehr-Zirngibl). Dieses Buch bildet die Basis für das 20stündige Curriculum Akutschmerztherapie für Chirurgen.
Begleitend zu diesem Buch wurden mehrere Übersichtsartikel im Chirurgen, Unfallchirurgen und Orthopäden publiziert.

.. Manual Akutschmerztherapie: Basierend auf den Arbeiten des Arbeitskreises am o. g. Buch im Uni-Med-Verlag wurde eine Überarbeitung des Manuals Akutschmerztherapie vom Arbeitskreis vorgenommen. Das in der zweiten Auflage entstandene Manual liegt dem Präsidium zur Genehmigung vor. Herauszuheben ist hier die Unterstützung durch die Firma Aventis und hier in besonderer Weise das Engagement von Frau Gräfin von Schmettow. Ihr sei dafür herzlich gedankt.

.. S3-Leitlinie „Akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerz“: Auf dem III. Symposium „Akuter Schmerz im chirurgischen Alltag – Wissenschaft und Praxis“ fand die Gründungsversammlung zur Entwicklung der S3-Leitlinie statt. An der S3-Leitlinie sind insgesamt 16 Fachgesellschaften beteiligt. Die Leitlinienentwicklung läuft unter dem Dach der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie, über die auch die Finanzierung der Leitlinie geregelt ist.

.. Benchmarking: Von der Universität Jena wurde ein Benchmarking-Projekt zur postoperativen Schmerztherapie gestartet, welches für das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird. Am Benchmarking-Projekt nehmen sechs Kliniken teil. Das Projekt läuft seit Oktober 2003 mit großem Erfolg und wird vom AK Akutschmerz unterstützt (siehe Arbeitsgruppe Dokumentation/ Qualitätssicherung).

.. Gründung einer Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Akutschmerz (CAAS): Auf dem diesjährigen Chirurgenkongress im April 2004 wurde unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie eine Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Akutschmerz auf Initiative von Prof. Neugebauer und Prof. Zirngibl gegründet. Diese Arbeitsgemeinschaft wird breit von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen getragen.

.. Vereinbarung zur Akutschmerztherapie: Der Arbeitskreis Akutschmerz hat zusammen mit der DIVS eine Mustervereinbarung zur gemeinsamen Durchführung der postoperativen Schmerztherapie erarbeitet, welche durch das Präsidium der DGSS und dem Berufsverband der Deutschen Chirurgen genehmigt wurde. Diese Mustervereinbarung ist im Uni-Med-Buch „Akutschmerztherapie – ein Curriculum für Chirurgen“ publiziert.

.. Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie: Prof. Neugebauer ist von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie mit dem Rudolf-Zenker-Preis 2004 u. a. für sein besonderes Engagement in der Akutschmerztherapie ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie im April in Berlin statt.

.. Wahlen: Da Prof. Neugebauer als Vorsitzender der neu gegründeten Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Akutschmerz der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie gewählt wurde, stellte er sein Amt als Vorsitzender des Arbeitskreises Akutschmerz bei der Sitzung in Wuppertal zur Verfügung. Als neuer Vorsitzender wurde Herr Dr. Wiebalck (Bochum), als Stellvertreter Herr Dr. Meißner (Jena) gewählt. Der neue Vorsitzende tritt sein Amt in Leipzig auf der DGSS-Jahrestagung an.

BERICHT AUS DEN ARBEITSGRUPPEN
Die Arbeit des Arbeitskreises wird in verschiedenen Arbeitsgruppen während und zwischen den Arbeitstagungen geleistet.
Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit/Homepage (Sprecher: Dr. Wiebalck)
Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, das Thema Akutschmerz sowohl in der allgemeinen Öffentlichkeit als auch in den wissenschaftlichen Fachgesellschaften stärker in das Bewusstsein zu rücken. Hier wurden verschiedene Aktivitäten entwickelt und zum Teil schon abgeschlossen:

(a) Homepage des Arbeitskreises: Im vergangenen Jahr wurde die Homepage des Arbeitskreises abgeschlossen. Sie ist unter der Homepage der DGSS unter Arbeitskreisen einsehbar.
Die Pflege erfolgt über einen Webmaster seitens der DGSS

(b) Erarbeitung eines Curriculums Akutschmerztherapie: Mitglieder der Arbeitsgruppe und ergänzend viele Mitglieder des gesamten Arbeitskreises waren an der Erstellung des o.g. Curriculums beteiligt. Das „Produkt“ läuft nun als einzelne Veranstaltung und wird von der Firma comed GmbH organisiert. Es wurde eine Fakultät 2004 gebildet (Vorsitz: Prof. Neugebauer). In diesem Jahr finden bundesweit noch fünf Veranstaltungen statt (s. o.).

(c) Darstellung des Themas Akutschmerz auf verschiedenen Symposien und Kongressen: Ohne auf die einzelnen Veranstaltungen einzugehen hat das Thema Akutschmerz in der Berichtsperiode eine erhebliche Öffentlichkeitswirksamkeit erzielt. Ein wesentliches Vehikel in diesem Zusammenhang war sicher die Entwicklung der sog. Fast-Track – Chirurgie. Es wurden zahlreiche Artikel und wiederum ein Lehrbuchartikel innerhalb eines Lehrbuchs von Prof. Röher „Chirurgie“ geschrieben.

Arbeitsgruppe Manual (Sprecherin: Frau Gräfin von Schmettow)
Wie oben bereits ausgeführt wurde eine Überarbeitung des ersten Manuals des Arbeitskreises vorgenommen. Das bisherige Manual wurde in schriftlicher Form mehr als 1200 Mal verteilt. 4500 CD-ROM’s wurden bundesweit angefordert. Das überarbeitete Manual, welches sich am
Buch „Akutschmerztherapie – Ein Curriculum für Chirurgen“ orientiert, enthält die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Akutschmerztherapie.

Arbeitsgruppe Dokumentation/Qualitätssicherung (Sprecher: Dr. Meißner, Dr. Gehling)
Diese Arbeitsgruppe hat eine Mustervereinbarung, die die Zusammenarbeit von Chirurgen und Anästhesisten in den Krankenhäusern regeln soll, erstellt. Sie ist auf der Homepage der DGSS einsehbar. Ein weiteres Ziel der Arbeitsgruppe war es, ein praktikables Schema zur Basistherapie
der postoperativen Schmerztherapie zu formulieren. Es wurden Minimalstandards zur Dokumentation der postoperativen Schmerztherapie mit systemischen Analgetika und rückenmarknahen Verfahren erarbeitet. Die Publikation dieses Papiers ist noch nicht abgeschlossen.
Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich weiterhin mit der Definition der Qualität der Schmerztherapie und hat hierzu einen Katalog von Zielen erstellt, die zurzeit evidenzbasiert überprüft werden.

Arbeitsgruppe Klinische Studien/Leitlinienentwicklung (Sprecher: Prof. Neugebauer, Dr. Simanski)
Wie oben bereits ausgeführt ist über die Aktivität des Arbeitskreises Akutschmerz die Weiterentwicklung der bisher vorliegenden S2-Leitlinien „Akuter, perioperativer und posttraumatischer Schmerz“ weiter vorangetrieben worden. Eine erste Konsensuskonferenz mit den zu beteiligenden
Fachgesellschaften hat stattgefunden. Eine weitere Konferenz wird im September 2004 erfolgen. Geplanter Abschluss der Leitlinienentwicklung ist Dezember 2005. An der Leitlinienentwicklung ist die DGSS als Fachgesellschaft beteiligt, wobei jedoch die Federführung dieser Leitlinie bei der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS) liegt.

Neue Arbeitsgruppen

Es sollen zwei neue Arbeitsgruppen, nämlich die Arbeitsgruppe „Schmerztherapie nach ambulanten Operationen (Sprecher: Dr. Lux) und eine Arbeitsgruppe „Akutschmerz und Pflege“
(Sprecherin: Fr. Dr. Nestler, Fr. Thomm) gegründet, die ihre Arbeit auf dem Treffen in Berlin aufgenommen haben.

Verschiedenes

Auf der DGSS-Tagung in Münster wurden die Ausgaben für Arbeitskreise auf ca. 50 000 € pro Jahr beschränkt, was jeweils 2500 € pro Arbeitskreis zur Unterstützung ihrer Aktivitäten bedeutet.
Diese Limitierung ist besonders beim sehr aktiven Arbeitskreis Akutschmerz auf Missbilligung gestoßen, da hiermit die Arbeit des Arbeitskreises gefährdet ist. Der Arbeitskreis stellt sich den neuen Anforderungen des Präsidiums der DGSS nach nachweisbarer Leistung, möchte hierüber aber auch leistungsbezogen gefördert werden. Der Arbeitskreis ist bereit, sich in der Formulierung von Regularien für Arbeitskreise zu beteiligen. Das nächste Treffen des Arbeitskreises ist anlässlich der DGSS-Jahrestagung in Leipzig geplant.
Für 2005 ist das IV. Symposium „Akuter Schmerz im chirurgischen Alltag“ wiederum in Köln in Planung.


Köln, 13. Juli 2004
Prof. Dr. E. Neugebauer

 
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