

Der AK Mund- und Gesichtsschmerzen traf sich im Jahr 2005 zweimal zu einer Arbeitssitzung, und zwar am 15.1.2005 in Mainz (DRK-Schmerz-Zentrum) und am 25.6.2005 in Würzburg (Kassenärztliche Vereinigung Unterfranken). Folgende Punkte der Tagesordnung der Arbeitstreffen verdienen eine besondere Erwähnung:
• Die von Mitgliedern des AK erstellten Diagnostikempfehlungen (SCHMERZ 2000;14:416-428) werden unter Berücksichtigung der Literatur aktualisiert und in Kürze zur Veröffentlichung vorgelegt.
• Im Rahmen der Untersuchung „Schmerzzeichnung“ (multizentrische Fragebogenstudie zur Akzeptanz zweier unterschiedlicher Schemata für das Einzeichnen von Schmerzen im Bereich des Kopfes/Halses und des gesamten Körpers) konnten bislang 193 Fragebögen aus Praxen und Kliniken für eine Auswertung herangezogen werden. In einer Publikation sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.
• Neben den Empfehlungen zur Diagnostik erscheint es dem AK sinnvoll und notwendig, auch Empfehlungen für die Therapie bestimmter Schmerzzustände auf hohem Evidenzniveau unter Berücksichtigung bereits bestehender systematischer Übersichtsarbeiten (Cochrane u.a.) und Leitlinien vorzulegen und zu publizieren. Zur pharmakologischen Behandlung von orofazialen Schmerzen besteht bereits eine kritische Übersichtsarbeit von Frau Prof. Dr. Sommer (SCHMERZ 2002;16:381-388). Folgende vier Schmerzzustände werden einer näheren Betrachtung unterzogen und die zu diesen Erkrankungsformen bestehenden Therapiemaßnahmen kritisch analysiert: myofaszialer Schmerz der Kiefermuskulatur, Arthralgie und aktivierte Arthrose der Kiefergelenke, atypische Odontalgie, idiopathisches Mund- und Zungenbrennen. Vier Arbeitsgruppen sind derzeit mit der Erstellung/Fertig¬stellung der Beiträge für die Therapieempfehlungen beschäftigt. Als allgemeine Gliederung der Therapieempfehlungen ist vorgesehen: a) Definition, b) Stand der Literaturlage, c) Empfehlungen.
• Herr Prof. Dr. Mense (Heildelberg) hielt einen sehr beachtenswerten Vortrag zu peripheren und zentralen Mechanismen, zur Diagnostik und Therapie des Muskelschmerzes und stellte neu gefundene Reizfaktoren für Muskelnozizeptoren vor. Eine intensive Diskussion mit den Mitgliedern des AK schloss sich an.
• In einem Vortrag mit Fallpräsentationen wurden die (patho)physiologischen Grundlagen heterotoper Schmerzen (Schmerzquelle und Schmerzlokalisation sind nicht identisch) von Herrn Dr. Schindler dargestellt und die daraus folgernden klinischen Konsequenzen erörtert.
• In einer als Vortrag konzipierten Zusammenstellung bislang publizierter systematischer Übersichten zur Diagnostik und Behandlung von Patienten mit orofazialen Schmerzen machte Herr PD Dr. Türp deutlich, dass die Patientenanzahl der Studien, die in systematische Übersichten aufgenommen werden konnten, in der Regel recht klein bemessen war.
• Herr Prof. Dr. Wernze berichtete in seinem Vortrag „Schmerzwahrnehmung bei Patienten mit Essstörungen“ anhand exemplarischer Patientenfälle über verminderte Schmerzwahrnehmung und hohe Schmerztoleranz bei Patienten mit Essstörungen.
Folgende weitere Aktivitäten des AK waren bzw. sind anzuführen:
• Im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 2004 in Leipzig fand das vom AK ausgerichtete Symposium eine sehr gute Resonanz (170 Personen Freitag morgens). Das Praktikerseminar war mit 25 Personen voll belegt.
• Vom 4. bis 6.2.2005 fand in Würzburg die ICCMO-Wintertagung mit dem Thema „Interdisziplinäres Management von kraniomandibulären Dysfunktionen (CMD)“ statt. Die Tagung wurde u.a. in Kooperation mit der DGSS durchgeführt, wobei einige Mitglieder des AK sich mit Vorträgen an der gut besuchten Tagung beteiligten.
• Der AK wird beim Deutschen Schmerzkongress 2005 in Bremen mit einem Praktikerseminar am Samstag, 22.10.2005, vertreten sein.
• Als nächstes Arbeitstreffen des AK ist der 28.1.2006 in Mainz (DRK-Schmerz-Zentrum) vorgesehen. |