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07.09.2010


Am 8. Juni 2002 traf sich der Arbeitskreis Mund- und Gesichtsschmerzen in Würzburg zu seinem 8. Arbeitstreffen, an dem 26 Kolleginnen und Kollegen, davon 17 DGSS-Mitglieder, teilnahmen. Herr Türp stellte zunächst einen 14-seitigen Schmerzfragebogen vor, der seit über einem Jahr in der Klinik für Prothetik und Kaufunktionslehre, Zentrum für Zahnmedizin der Universität Basel, verwendet wird. Dieser ist eng an den Schmerzfragebogen der DGSS angelehnt, jedoch speziell auf die Diagnostik von Patienten mit orofazialen Schmerzen ausgerichtet. Herr Böhner berichtete über den Stand des Projekts "Schmerzzeichnungen", auf deren Grundlage nach einem Probelauf eine multizentrische Studie geplant ist. Herr Kares referierte anschließend über das Thema "Kraniomandibuläre Dysfunktionen bei Kindern und Jugendlichen". In einem weiteren Beitrag stellte er das International College of Craniomandibular Orthopedics - Sektion Deutschland e.V. vor. Auch die praktische Seite kam nicht zu kurz: so wurden zwei Patientenfälle vorgestellt und diskutiert, und Frau Sommer demonstrierte die neurologische Untersuchung der 12 Hirnnerven. Sie präsentierte darüber hinaus die von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie erarbeiteten Leitlinien zum atypischen Gesichtsschmerz. Auf dem Deutschen Schmerzkongress in Aachen werden Mitglieder des Arbeitskreises mit einem Symposium und zwei Workshops vertreten sein. Das nächste Treffen des Arbeitskreises wird am 5.7.2003 in der Räumen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Hofstr. 5, 97070 Würzburg stattfinden. DGSS-Mitglieder und Gäste sind wie immer herzlich willkommen. Der Arbeitskreis würde sich insbesondere über Kollegen aus bislang nicht vertretenen Fachbereichen freuen, z.B. aus Orthopädie, Rheumatologie und HNO.

PD Dr. J. Türp (Aktualisierung 16.10.2002)


Der Interdisziplinäre Arbeitskreis Mund- und Gesichtsschmerzen traf sich am 8.12.2001 an gewohnter Stelle in Würzburg zu seinem 7. Arbeitstreffen. An der Veranstaltung nahmen 10 DGSS-Mitglieder und 6 Gäste teil. Nach dreijähriger Amtszeit war laut Geschäftsordnung der DGSS §2(2) die Wahl des Sprechers und seines Stellvertreters notwendig. PD Dr. Türp und Dr. Dr. Jürgens wurden für weitere drei Jahre als Sprecher bzw. stellvertretender Sprecher wiedergewählt. In einem Kurzvortrag wies Prof. Dr. Wernze auf die Beziehungen zwischen kraniomandibulärer Dysfunktion und dem generalisierten Schmerzsyndrom Fibromyalgie (FMG) hin. Bemerkenswerterweise wird die Beteiligung der Kiefermuskulatur bei der ACR-Klassifikation der FMG (1990) nicht erfasst, obwohl ein großer Teil der Patienten mit FMG auch unter Schmerzen im kraniomandibulären Bereich leidet. Dr. Jürgens stellte in dichter Folge 4 Patientinnen vor, welche alle alio loco mit mehreren Aufbissschienen erfolglos vorbehandelt worden waren; 2 Patientinnen hatten ihre Schienen mehrfach zerbissen. Die Beschwerdebilder reichten von schwerem Pressen, Heiss- und Kaltempfindlichkeit in den Zähnen bis zu schmerzhaften Verspannungen der Kiefermuskulatur. Die Patienten berichteten, dass nach Therapie mit einem Monobloc eine deutliche Beschwerdebesserung eingetreten sei und sie auf den Monobloc nicht verzichten wollten. Die Wirkungsweise des Monobloc (Ruhigstellung, Entlastung) wurde eingehend diskutiert. PD Sommer und PD Türp berichteten über den Deutschen Schmerzkongresses in Berlin (03.-07.10.2001). Das vom Arbeitskreis gemeinsam mit der DMKG veranstaltete Seminar zum Thema Mund- und Gesichtsschmerzen erfreute sich trotz der frühen Uhrzeit einer hohen Teilnehmerzahl, was als Beleg für das allgemeine Interesse an der Thematik gewertet werden kann. Außerdem führte der Arbeitskreis ein Praktikerseminar durch. Für den Deutschen Schmerzkongress in Aachen (25.-29.9.2002) hat der Arbeitskreis Vorschläge für eine Beteiligung unterbreitet (ein Symposium; zwei Praktikerseminare). Im Arbeitskreis sind derzeit Mitglieder aus folgenden Fachrichtungen vertreten: Zahnärzte, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Kieferorthopäden, Psychologen, Neurologen, Orthopäden, Internisten, Psychiater. Der Arbeitskreis würde es sehr begrüßen, wenn auch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen mitarbeiten würden (z. B. Orthopäden, HNO-Ärzte). Dr. Jürgens regt an, über andere Arbeitskreise (z.B. Fibromyalgie) interessierte Kollegen zu gewinnen. Dr. Böhner stellte die aktuellen Versionen seiner mit Computerunterstützung hergestellten Schmerzzeichnungen vor. Es schloss sich eine Diskussion über verschiedene Entwürfe, Verwendungsmöglichkeiten sowie das weitere Vorgehen an. Die voraussichtlichen Termine der beiden nächsten AK-Treffen sind der 8. Juni 2002 und der 9. November 2002. PD Türp (Freiburg).


Eine umfangeiche Übersicht aus dem Arbeitskreis ist nachzulesen unter Türp JC, John M, Nilges P, Jürgens J, Weitere Autoren (2000) Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur und Kiefergelenke. Empfehlungen zur standardisierten Diagnostik und Klassifikation von Patienten. Schmerz 14:416-28.

Im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft für Funktionslehre (AGF) (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) stellte PD Türp (Freiburg) am 24.11.2000 in Bad Homburg auf Bitten des Vorstands der AGF die DGSS und den Interdisziplinären Arbeitskreis Mund- und Gesichtsschmerzen in Wort und Bild vor. 10 der gegenwärtig 17 Zahnmediziner innerhalb des Arbeitskreises sind zugleich Mitglieder der AGF. Darüber hinaus arbeiten 6 Mediziner und 2 klinische Psychologen im Arbeitskreis mit. In der angeregten Diskussion ging es vor allem um inhaltliche Überschneidungen beider Organisationen. Türp stellte klar, daß sich der DGSS-Arbeitskreis ausschließlich dem orofazialen Schmerz widmet, während in der AGF traditionell, aber nicht ausschließlich nichtschmerzhafte Aspekte innerhalb der kraniomandibulären Dysfunktionen eine wichtige Rolle spielen. Daher gibt es in einigen Punkten sicherlich gewisse inhaltliche Überschneidungen. PD Türp und der Vorsitzende der AGF, Prof. Reiber (Leipzig), sprachen sich für eine möglichst enge Zusammenarbeit in denjenigen inhaltlichen Fragen aus, die beide Organisationen berühren. PD Türp lud alle interessierten AGF-Mitglieder ein, ebenfalls Mitglied der DGSS zu werden und im Arbeitskreis mitzuarbeiten.
Am Abend sprach PD Türp vor der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Die APW bietet in Zusammenarbeit mit der AGF unter anderem ein "Curriculum Orale Funktionsstörungen und Schmerztherapie" an (vgl. www.dgzmk.de), in welchem nach Aussagen des Vorsitzenden des Direktoriums der APW, Dr. Fuchs (Leonberg), dem Schmerz eine zentralere Rolle zukommen soll als bisher. Einer möglichen Zusammenarbeit mit der DGSS, z.B. im Hinblick auf die Auswahl der Referenten zum Thema Schmerz, stand man prinzipiell positiv gegenüber.


Am 11.11.2000 traf sich der Interdisziplinäre Arbeitskreis Mund- und Gesichtsschmerzen in Würzburg zu seinem 5. Arbeitstreffen. 11 DGSS-Mitglieder und 9 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. PD Türp (Freiburg) berichtete über den aktuellen Stand der Beiträge zu dem in Arbeit befindlichen Schwerpunktheft "Orofaziale Schmerzen" (Der Schmerz). Bislang ist ungefähr die Hälfte der geplanten Beitrage eingegangen. Frau PD Sommer (Würzburg) referierte über die pharmakologische Behandlung orofazialer Schmerzen. Anschließend sprach Dr. Jürgens (Würzburg) über den in Arbeit befindlichen Beitrag zur Diagnostik und Therapiekontrolle mittels Fragebögen bei schmerzhaften temporomandibulären Dysfunktionen. PD Türp gab einen Überblick über den Stand der Arbeitsgruppen innerhalb des Arbeitskreises. Dr. Böhner (Meckenbeuren) stellte die erste Version der erarbeiteten Ganzkörperschemata zur Diskussion. PD Sommer faßte ihre Eindrücke vom Deutschen Schmerzkongreß 2000 in Hamburg zusammen. Der Arbeitskreis bedauerte, daß die Veranstalter nicht auf den Vorschlag des Arbeitskreises reagiert hatten, sich in Form eines Symposiums zu beteiligen. Es wurde einstimmig beschlossen, den Veranstaltern des Deutschen Schmerzkongresses 2001 eine Beteiligung in Form eines Symposiums und zwei Seminaren zum Thema chronische Gesichtsschmerzen anzubieten. Folgende vier Themen wurden für das Symposium vorgeschlagen:

    * Epidemiologie chronischer Gesichtsschmerzen (Kohlmann, Lübeck);
    * standardisierte Diagnostik und Klassifikation von Patienten mit Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur und Kiefergelenke (Nilges, Mainz);
    * Therapie chronischer Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur und Kiefergelenke (Türp, Freiburg);
    * chronischer Gesichtsschmerz als Bewusstseinsphänomen (Wörz, Bad Schönborn).

Die Seminare sollen sich der Diagnostik (praktisches Seminar) und der Therapie widmen.
Der Arbeitskreis äußerte die grundsätzliche Bereitschaft an gemeinsam ausgerichteten Fortbildungsveranstaltungen mit der Arbeitsgemeinschaft für Funktionslehre (AGF) (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde), zumal ein Teil der Mitglieder des Arbeitskreises auch Mitglieder der AGF sind. Konkrete Vorschläge müßten aber von der AGF kommen. Der Arbeitskreis gab einstimmig seinem Wunsch Ausdruck, seinen eigenständigen Charakter zu erhalten, da er in Deutschland mit seinen Inhalten eine bedeutende Lücke ausfülle .

Das nächste Arbeitstreffen findet wie gewohnt an einem Samstag in der Räumen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Hofstr. 5, 97070 Würzburg statt. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben. DGSS-Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen. Interessierte melden sich bitte beim Sprecher des Arbeitskreises oder seinem Stellvertreter.


15 anwesende Arbeitskreismitglieder beschäftigten sich mit dem Schwerpunktthema "sensible Nervenversorgung der Gesichtsregion" und diskutierten über derzeitige wie zukünftige Aktivitäten des Arbeitskreises.
Frau Sommer (Würzburg) referierte über die sensible Nervenversorgung des Gesichtsbereichs und die Methoden der Zuordnung (anatomisch; Durchtrennung; Stimulation; Herpesefflureszenz). Sie wies auf zentrale Überlappungen zwischen N. V und zervikalen Spinalnerven und auf die Verflechtung zwischen Gesichts- und Nackenmuskulatur hin. Herr Türp berichtete über den aktuellen Stand der vom AK ausgearbeiteten Empfehlungen zur Standarddiagnostik bei Beschwerden der Kiefergelenke und Kaumuskulatur. Der Beitrag soll in der August-Ausgabe von "Der Schmerz" erscheinen. Herr Türp wies darauf hin, daß es wichtig sei, daß diese Empfehlungen möglichst viele Behandler erreichen, die mit Patienten zu tun haben, welche an den angesprochenen Beschwerden leiden. Ein erster Hinweis auf die Empfehlungen mit dem erarbeiteten Stufenschema erschien - nach einem Poster bei der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Funktionsdiagnostik im November 1999 in Bad Homburg - im Mai dieses Jahres im Rahmen eines Fortbildungshefts der Zahnärztlichen Mitteilungen (Türp JC, Hugger A: Schmerzhafte Myoarthropathien des Kausystems. Zahnärztl Mitt 2000; 90:1194-1199). Ein Sonderdruck aller in diesem Heft veröffentlichten Artikel zum Thema Schmerz (darunter viele weitere Mitglieder des DGSS und dieses Arbeitskreises wurde an die anwesenden Teilnehmer verteilt. Ferner wurde auf das Stufenschema in einem Beitrag von Türp und Nilges über die deutsche Version der Graded Chronic Pain Scale (GCPS) in der Zeitschrift Quintessenz (meist abonnierte deutschsprachige zahnärztliche Zeitschrift) hingewiesen; dieser Artikel soll laut Redaktion im Juli veröffentlicht werden.
Die Redaktion von "Der Schmerz" ist vor einigen Monaten an die Sprecher der DGSS-Arbeitskreise mit der Bitte um Vorschläge für Themen zu Schwerpunktheften herangetreten. Mit diesem Projekt besteht erstmals im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit, das klinisch wichtige Gebiet der chronischen Gesichtsschmerzen in einer renommierten Zeitschrift darzustellen. Die in Arbeit befindlichen Themen und die daran beteiligten Autoren sind in untenstehender Liste zusammengefaßt. Spätester Termin der Abgabe der Manuskripte beim Sprecher des Arbeitskreises ist der 1. Oktober. Diese werden anschließend zusammen an den Herausgeber weitergeleitet. Von dort werden sie einem Begutachtungsverfahren unterzogen. Mit der Veröffentlichung des Schwerpunkthefts ist im Sommer 2001 zu rechnen.

Arbeitstitel Autor(en)
Epidemiologie orofazialer Schmerzen Kohlmann, Lübeck
Grundlagen des Kiefermuskelschmerzes Schindler, Karlsruhe
Grundlagen des Kiefergelenkschmerzes Palla, Zürich
Neuropathischer Schmerz Sprotte, Würzburg
Mundbrennen Witt, Zürich
Psychosoziale Aspekte Nilges, Mainz
Gesichtsschmerzen in der Psychiatrie Peschen-Rosin, Freiburg
Breites Spektrum klinischer und psychometrischer Befunde bei temporomandibulärer Dysfunktion: Eine interdisziplinäre Praxisstudie Wernze, Würzburg & Jürgens, Würzburg
Bildgebende Verfahren und orofaziale Schmerzen Hugger, Düsseldorf
Therapeutische Grundsätze Palla, Zürich
Pharmakologische Behandlung orofazialer Schmerzen Sommer, Würzburg & Eckhardt, Stuttgart
Neurochirurgische Therapie der Gesichtsneuralgien Tronnier, Heidelberg
Minimal invasive Schmerztherapie am Beispiel der Arthroskopie der Kiefergelenke Ziegler, Heidelberg
Chronische orofaziale Schmerzen aus Patientensicht Türp, Freiburg

Hinsichtlich der zukünftigen Arbeitsschwerpunkte wurde der Vorschlag unterbreitet, innerhalb des Arbeitskreises Arbeitsgruppen zu bilden, die verschiedene Themen parallel bearbeiten. Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung. Die folgende Liste faßt die Themen zusammen, für die sich bereits Interessenten gefunden haben. Weitere Teilnehmer des Arbeitskreises, die sich an der Erarbeitung einiger der genannten Themen beteiligen möchten, werden gebeten, sich direkt an die Arbeitsgruppen zu wenden . Ziel ist es, publikationsfähige Ergebnisse zu erarbeiten.

Thema Mitarbeiter
Zusammenhang zwischen der Okklusion der Zähne und Schmerzen im Kauorgan Hugger, Seuffert, Kollegen der Westdeutschen Kieferklinik Düsseldorf
Ganzkörperschemata Böhner
Periphere Anatomie des N. trigeminus Sommer, Türp
Zusammenhang zwischen Muskelfunktion, Muskelkontraktion und Muskelschmerz Schindler, Ludwig, Türp
Schmerzanamnese Wernze, Sommer, Peschen-Rosin
Differentialdiagnostik orofazialer Schmerzen Peschen-Rosin, Zeitler
Psychodiagnostik für die Praxis Peschen-Rosin
Schmerzperzeption und –veränderungen Wernze, Jürgens
Orofaziale Schmerzen aus anderen Bereichen der Medizin Türp (Umfrage zunächst im Universitätsklinikum Freiburg)

Auf die vom Arbeitskreis angebotene Mitwirkung beim anstehenden Deutschen Schmerzkongreß in Hamburg wurde von den Veranstaltern leider nicht reagiert. Herr Kordaß (Greifswald) hat ein zweistündiges Praktikerseminar mit dem Titel "Diagnostik von CMD bei Patienten mit chronischen Gesichtsschmerzen" angemeldet. Es ist der einstimmige Wunsch der Teilnehmer, daß darin die Empfehlungen des AK vorgestellt werden.


Am 14.10.1999 war der Arbeitskreis durch J. Jürgens (Würzburg) bei den Novellierungsgesprächen für die Weiterbildungsordnung der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie vertreten. Es wurde allgemein die Auffassung vertreten, daß Schmerztherapie in der Weiterbildung für Kiefer-Gesichtschirurgen eine Selbstverständlichkeit darstellt. Angesichts der vielfach im Kiefer-Gesichtsbereich voroperierten Patienten in den Schmerzambulanzen und Schmerzkliniken spiegelt diese Auffassung zur Zeit jedoch wohl eher einen Wunschtraum als die Realität wider.
Das 3. Arbeitstreffen des Arbeitskreises fand am 6.11.1999 in Würzburg statt. C. Sommer (Würzburg) referierte über den Gesichtsschmerz aus neurologischer Sicht und sprach unter anderem über verschiedene Formen der Gesichtsneuralgien (Trigeminusneuralgie, Glossopharyngeus-Neuralgie u.a.), Zoster-Neuralgie, Cluster-Kopfschmerz, Arteriitis temporalis Horton, Tolosa-Hunt-Syndrom und atypischen Gesichtsschmerz. J. Jürgens (Würzburg) referierte anschließend über den atypischen Gesichtsschmerz. Nach einem bis ins letzte Jahrhundert zurückreichenden historischen Exkurs über die Gelotripsie berichtete er über die typischen Beschwerdebilder, die er bei 51 Patienten erfolgreich mit dieser Methode behandelt hatte. Er stellte 5 Patienten vor, die von allen Teilnehmern intensiv befragt werden konnten. J. C. Türp (Freiburg) berichtete, daß die vom Arbeitskreis erarbeiteten Empfehlungen zur Standarddiagnostik bei Patienten mit schmerzhaften kraniomandibulären Dysfunktionen anläßlich der 32. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Funktionslehre in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (26.-27.11.1999, Bad Homburg) in Form eines Posters vorgestellt werden. Die Vorschläge der 3 Gutachter (Palla, Kohlmann, Skoglund) zu den Empfehlungen bzw. zum dazugehörigen Manuskripttext wurden diskutiert und entsprechende Änderungen wurden in den Text eingearbeitet.
Auf der nächsten Jahrestagung der DGSS (Hamburg 2000) möchte sich der Arbeitskreis mit einem Symposium über Gesichtsschmerz aktiv beteiligen. Das 4. Arbeitstreffen soll am 8. Juli 2000 wieder an gleicher Stelle stattfinden (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Würzburg). Als Themen, über die referiert und diskutiert werden sollen, sind vorgesehen: sensible Nervenversorgung der Gesichtsregion, atypische Odontalgie, und Enthesiopathien. Interessenten wenden sich bitte an PD Dr. Türp .


Das 2. Arbeitstreffen des Interdisziplinären Arbeitskreises für Mund- und Gesichtsschmerzen fand am 3. Juli 1999 mit 17 Teilnehmern wiederum in Würzburg statt. Die Erarbeitung der Empfehlungen zur standardisierten Diagnostik und Klassifikation von Patienten mit Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur und Kiefergelenke nahm zeitlich den breitesten Raum ein. Ein relativ umfangreiches Manuskript war den Teilnehmern eine Woche vor Beginn der Sitzung zugesandt worden. Die Erarbeitung der Empfehlungen erfolgt auf der Grundlage der von der Ärztlichen Zentralstelle für Qualitätssicherung herausgegebenen Leitlinien-In-Fo (1999; ISBN 3-88603-662-6). Es wird nach dem Grundsatz verfahren, daß für Empfehlungen immer Belege angeführt werden sollten. Über den Inhalt der bisher erarbeiteten Fassung wurde rege diskutiert. Das überarbeitete Manuskript wird in Kürze an drei Gutachter aus den Bereichen Schmerztherapie/Pharmakologie, Zahnmedizin und Verhaltenstherapie versandt. Es ist geplant, die Empfehlungen erstmals anläßlich der 32. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Funktionslehre in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (26.-27.11.1999, Bad Homburg) in Form eines Posters oder eines freien Vortrags vorzustellen.

Am Nachmittag hielt Prof. Wernze (Würzburg), der als Gast an dem Arbeitstreffen teilnahm, ein interessantes Referat über das Thema "Fragebögen als Instrumente für die klinische Forschung und klinische Praxis". Er sprach über die Ziele, die mit dem Einsatz von Fragebögen in Medizin und Psychologie verfolgt werden und führte aus, wie Fragebögen gestaltet sein sollten (klare Instruktion auf der Titelseite, prägnante Items, u. a.) und was vermieden werden sollte (z. B. Verschachtelung von Items). Dazu gab er viele Beispiele sowie Literaturempfehlungen.
Als Folgeprojekte des AK wurden drei Themen vorgeschlagen, die u. U. auch parallel angegangen werden könnten:
1. Schmerzbezogene Anamnese bei Gesichtsschmerz-Patienten.
2. Differentialdiagnostik bei Gesichtsschmerz-Patienten.
3. Diagnostik und Therapie der atypischen Odontalgie.

Weitere Termine: Im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 1999 im München werden die dort anwesenden Mitglieder des AK am frühen Abend für einen rund einstündigen Gedankenaustausch zusammenkommen. Der genaue Termin und Ort wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Das 3. Arbeitstreffen wird am 6. November 1999 von 10 bis 17 Uhr in Würzburg stattfinden (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Würzburg). Interessierte DGSS-Mitglieder, die im AK mitarbeiten möchten, melden sich für weitere Informationen bitte bei PD Türp.



Arbeitsunterlagen:

    * Empfohlener Screening-Fragebogen der American Academy of Orofacial Pain (Okeson 1996)
    * Empfohlene klinische Untersuchung der American Academy of Orofacial Pain (Okeson 1996)
    * Übersichtsartikel Kordaß B, Dinter W: Funktionsstörungen des stomatognathen Systems (Schmerz 11:79-84, 1997)
    * Research Diagnostic Criteria for Tempomandibular Disorders (RDC/TMC) (Dworkin et al, 1992)
    * Empfohlene Fragebögen der DGSS zur psychologischen Schmerzdiagnostik:
      - Schmerzempfindungsskala (SES) (Geissner et al. 1992)
      - Beschwerden-Liste (B-L) (v. Zerssen 1976)
      - Allgemeine Depressions-Skala (ADS) (Hautzinger & Bailer 1995)
      - Pain Disability Index (PDI) (Dillmann et al. 1994, Helling 1998)

Am 27.2.1999 fand in Würzburg in den Räumen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns das 1. Arbeitstreffen des Interdisziplinären Arbeitskreises für Mund- und Gesichtsschmerzen (frühere Bezeichnung: AK Zahnmedizin und verwandte Bereiche) statt. Das Schwerpunktthema lautete: "Muskuloskelettale Gesichtsschmerzen". 10 DGSS-Mitglieder und 2 Gäste nahmen an dem Arbeitstreffen teil. Als Einführung in die Thematik hielt Dr. Jürgens einen Vortrag mit dem Thema "Fachübergreifende Diagnosebegriffe zum Gesichtsschmerz", dem eine rege Diskussion folgte. Hauptanliegen der Zusammenkunft war die Erarbeitung von Empfehlungen für eine standardisierte Diagnostik und Klassifikation muskuloskelettaler Gesichtsschmerzen, die in der deutschsprachigen Literatur in der Regel unter den Begriffen "kraniomandibuläre Dysfunktion(en)", "Myoarthropathien des Kausystems" oder "Funktionsstörungen des Kauorgans" zusammengefaßt werden. Die Teilnehmer kamen überein, die zu erarbeitenden Empfehlungen an die international weitverbreiteten und akzeptierten Research Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders (RDC/TMD) (J Craniomandib Disord Facial Oral Pain 1992,6:301-355) anzulehnen, welche eine relativ präzise standardisierte Anamnese, Befundung und Klassifizierung von kraniomandibulären Dysfunktionen erlauben. Bei diesem zweiachsigen Klassifikationssystem werden eine somatische und eine psychosoziale Achse unterschieden. Die in der 2. Achse zusammengefaßten Bereiche werden inhaltlich durch die vom DGSS-Arbeitskreis "Psychologische Schmerztherapie" empfohlenen Fragebögen zur psychologischen Standarddiagnostik abgedeckt. Der Arbeitskreis beabsichtigt, die erarbeiteten Empfehlungen in einer der nächsten Ausgaben von "Der Schmerz" zu veröffentlichen.
Es ist geplant, das 2. Arbeitstreffen am 3. 7. 1999 an gleicher Stelle in Würzburg abzuhalten. Das Tagungsthema wird dann lauten: "Empfehlungen zur Differentialdiagnostik der Gesichtsschmerzen". Ziel wird es sein, zunächst die bestehende Problematik möglichst fachübergreifend zu definieren. Hauptaufgabe der sich anschließenden Arbeitstreffen wird die Ausarbeitung fachübergreifender Empfehlungen zur Erhebung von Anamnese und Befund bei Patienten mit Gesichtsschmerzen sein. Bei allen Arbeitstreffen sind Einführungsvorträge von beteiligten Fachgebietsvertretern vorgesehen. Interessierte DGSS-Mitglieder melden sich für weitere Informationen bitte bei Dr. Türp, Freiburg. (11.3.99)



Bericht über die konstituierende Sitzung des Interdisziplinären Arbeitskreises für Mund- und Gesichtsschmerzen

Am 16.10.1998 fand im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 1998 in Düsseldorf die konstituierende Sitzung des Interdisziplinären Arbeitskreises für Mund- und Gesichtsschmerzen (frühere vorläufige Bezeichnung: Arbeitskreis Zahnmedizin und verwandte Bereiche) statt. An dem zweistündigen Treffen nahmen 15 DGSS-Mitglieder teil. Zum Sprecher wurde einstimmig Dr. Türp (Freiburg), zum Stellvertreter Dr. Jürgens (Würzburg) gewählt.
Grundsätzlich wurde bemerkt, daß die Qualitätssicherung im Sinne einer nachweisgestützten (evidenzbasierten) Medizin im Vordergrund der Aktivitäten des Arbeitskreises stehen sollte. Als mögliche Arbeitsschwerpunkte wurden ein detailliertes Aufarbeiten wichtiger im Gesichtsbereich vorkommender Schmerzzustände und darauf aufbauend die Erstellung diagnostischer und therapeutischer Empfehlungen zu ausgewählten orofazialen Schmerzbildern genannt. Dies sollte auf der Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse geschehen. Eine Zusammenarbeit mit anderen Arbeitskreisen innerhalb der DGSS anzustreben. Das nächste offizielle Treffen des neugegründeten Arbeitskreises wird Anfang 1999 in Würzburg stattfinden. Kollege Jürgens (Würzburg) wird sich um die Organisation und die Räumlichkeiten kümmern und Terminvorschläge unterbreiten.
DGSS-Mitglieder, die an der Mitarbeit in dem AK interessiert sind, wenden sich bitte an: Dr. Jens C. Türp. Insbesondere die Mitarbeit von nicht-zahnmedizinsch tätigen Kolleginnen und Kollegen, z.B. aus den Bereichen Neurologie, Orthopädie, Psychologie, Psychosomatik und Psychiatrie, ist wünschenswert.

 
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