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09.09.2010

Der Arbeitskreis traf sich im Jahre 2007 zweimal, und zwar am 27.1.07 in Würzburg sowie am 23.6.06 in Mainz. Folgende Themen wurden in den beiden Sitzungen des Arbeitskreises behandelt:

Pharmakotherapie bei nozizeptiven und neuropathischen Schmerzen imGesichtsbereich (Ziegler)
Herr Ziegler gab eine umfassende Übersicht über die Pharmakotherapie bei nozizeptiven und neuropathischen Schmerzen im Gesichtsbereich. In der Diskussion wurde eingehend die Frage erörtert, ob eine Pharmakotherapie auch eine kausale Therapie sein kann – im Sinne einer Reduktion der Schmerzreize und Desensibilisierung der Schmerzfasern.

Haltung, Schmerz und Physiotherapie (von Piekartz)
Herr von Piekartz stellte randomisiert-kontrollierte klinische Studien und systematische Übersichten zum Thema Physiotherapie vor. Derzeit erscheint es so, dass viele physio¬therapeutische Techniken wirksam sein können. Eigene Studien des Referenten konnten eindeutige Effekte von neuromuskulären Interventionen auf kraniofaziale Schmerzen belegen. Physiotherapie scheint die muskulären Funktionsmuster und die neuronale Repräsentationen im ZNS zu verändern. Durch Entlastungen von pathologischen Belastungen beim Haltungstraining reduzieren sich häufig die Beschwerden, ähnlich wie bei der zahnärztlichen Schienentherapie. Die Basis für ein erfolgreiches physiotherapeutisches Management ist die klare Definierung von Therapiezielen, eines Zeitrahmens und eines physiologischen und psychologischen Therapiekonzeptes mit regelmäßiger Reevaluierung.

Werkstattbericht: Diagnostik des Schlafbruxismus mit ambulanter Polysomnographie (Doering)
Herr Doering stellte die diagnostischen Kriterien für Schlafbruxismus vor und zeigte die Möglichkeiten einer ambulanten Polysomnographie auf. In der Diskussion wurde auf die hohe Komorbidität mit anderen Schlafstörungen hingewiesen. Klinische Folgen von anhaltendem Bruxismus sind u.a. Attritionen, Exostosen, Masseter-Hypertrophie, myofasziale Schmerzen und Arthralgien. Es erscheint in jedem Fall bei der Behandlung wichtig, nicht nur zahnärztliche Aufbissschienen einzusetzen, sondern auch Verhaltens¬muster am Tage bzw. in der Nacht zu identifizieren und im Sinne einer Verhaltenstherapie zu beeinflussen. Hier spielt das zahnärztliche Gespräch eine große Rolle.

Stand der Diagnostik- und Therapieempfehlungen des AK
Die Aktualisierung der Diagnostikempfehlungen von Kaumuskel- und Kiefergelenk¬schmerzen (DER SCHMERZ 2006;20:481-489) sowie die Therapieempfehlungen bei Kaumuskelschmerzen (Myalgie) (DER SCHMERZ 2007;21:102-115) und bei Schmerzen im Kiefergelenkbereich (Arthralgie) (DER SCHMERZ 2007;21:116-130) sind erschienen. Ferner wurde ein Beitrag zur „Bewertung der Therapie schmerzhafter Myoarthropathien des Kausystems aus Sicht der evidenzbasierten Zahnmedizin“ (Türp, Schindler, Hugger) in der Zeitschrift Quintessenz veröffentlicht (2007;58:475-478).

Schemata zur Schmerzeinzeichnung bei Patienten mit orofazialen Schmerzen
Die Ergebnisse der von Mitgliedern des Arbeitskreises durchgeführten multizentrischen Studie zu Schemata zur Schmerzeinzeichnung bei Patienten mit orofazialen Schmerzen sind veröffentlicht (Autoren: Geis, Feierabend, Böhner, Kares, Schirmer, Busche, Schindler, Siegert, S. Hugger, Türp, A. Hugger, Sommer: DER SCHMERZ 2006;20:498-508). Folgeuntersuchungen sind in Vorbereitung.

Fortlaufende (strukturierte) Anamnese (Böhner)

Herr Böhner stellte das Konzept einer strukturierten Anamnese vor, bei der alle betroffenen Fachrichtungen sich einbringen.

Patientenvorstellungen und Fallbesprechungen (Jürgens sowie Türp)


Beitrag des AK zum Deutschen Schmerzkongress 2007 in Berlin
Der Arbeitskreis gestaltete ein sehr gut besuchtes Symposium zum Thema „Interdisziplinäre Therapiestrategien bei unterschiedlichen Formen von Mund- und Gesichtsschmerzen“. Abstracts der drei Referate: DER SCHMERZ 2007;21(Suppl 1):24.

 
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