Fachbegriffe, verständlich erklärt

Absteigende Schmerzhemmung
Aus dem Hirnstamm absteigende Nervenbahnen, die zu einer Hemmung der Schmerzweiterleitung im Rückenmark führen.

Akuter Schmerz
Rasch einsetzender, kurzzeitig anhaltender Schmerz.

Allodynie

Schmerz durch einen normalerweise nicht als schmerzhaft empfundenen Reiz, zum Beispiel leichte Berührung.

Analgesie

Schmerzunempfindlichkeit, Aufhebung der Schmerzempfindung.

Analgetikum, (Mehrzahl: Analgetika)
Schmerzmittel. Ein Arzneimittel mit schmerzlindernder oder schmerzstillender Wirkung.

Anästhesie

Empfindungslosigkeit gegenüber schmerzhaften und nicht schmerzhaften Reizen.

Antidepressivum (Mehrzahl: Antidepressiva)
Ein Arzneimittel gegen die Symptome bei Depression. Antidepressiva werden auch bei Ängsten oder zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt – auch ohne Vorliegen einer Depression.

Antikonvulsivum (Mehrzahl: Antikonvulsiva)
Medikamente, die zur Unterdrückung epileptischer Anfälle entwickelt wurden, von denen einige auch gegen Nervenschmerzen wirksam sind, siehe ->neuropathischer Schmerz.

Arthritis
Entzündung eines oder mehrerer Gelenke.

Arthrose
Verschleißerkrankung der großen oder kleinen Gelenke. Dabei werden die Gelenkflächen zerstört, das umgebende Gewebe verhärtet und der Knochen verändert sich.

Aura bei Migräne
Individuell unterschiedliche Ausfallerscheinungen zumeist im Bereich des Sehens, Fühlens oder Bewegens, die einem Migränekopfschmerz unmittelbar vorausgehen können.

Autogenes Training
Aufeinander aufbauende gedankliche Übungen, die zu einer körperlichen und seelischen Entspannung führen können. Dabei wird die eigene Vorstellungskraft unterstützt, indem man sich kurze und einfache Sätze in Gedanken vorsagt, zum Beispiel: „Ich bin ganz ruhig“.

Bandscheibenvorfall

Das Heraustreten des inneren Kerns der Bandscheibe aus seiner Faserhülle in den Wirbelkanal.

Belastungsschmerzen
Schmerzen, die bei über das normale Maß hinausgehender körperlicher Anstrengung oder mechanischer Belastung einer Körperregion auftreten.

Bewegungsschmerzen
Schmerzen, die bei normaler körperlicher Anstrengung oder mechanischer Belastung einer Körperregion auftreten.

Bio-psycho-soziales Schmerzmodell
Eine ganzheitliche Sichtweise, in der neben den körperlichen Aspekten auch seelische und soziale Faktoren und deren gegenseitige Beeinflussung als bedeutsam für chronische Schmerzen betrachtet werden.

Biofeedback
Ein technisches Verfahren, bei dem Körperfunktionen wie die Muskelaktivität oder der Herzschlag gemessen und unmittelbar zurückgemeldet werden. Hierdurch kann erlernt werden, eigene Körpervorgänge bewusst zu beeinflussen.

Chronische Schmerzen
Schmerzen, die über ein individuell nachvollziehbares zeitliches Maß hinaus anhalten oder immer wiederkehren.

Clusterkopfschmerz
Kopfschmerzerkrankung mit wiederkehrenden, sehr heftigen und einseitigen Attacken im Bereich von Schläfe und Auge. Die Schmerzen treten oft mitten in der Nacht auf und dauern meist 15 bis 180 Minuten.

Computertomographie, CT

Schnittbildgebung mithilfe von Röntgenstrahlen.

CRPS = komplexes regionales Schmerzsyndrom (früher: Morbus Sudeck)

Oft infolge einer Verletzung – meist an Armen oder Beinen - auftretender und lang anhaltender Schmerz mit gesteigerter Schmerzempfindlichkeit. Typisch sind begleitende Schwellungen, Durchblutungsstörungen, Hautverfärbungen, vermehrtes Haarwachstum und gestörter Knochenstoffwechsel im betroffenen Bereich.

Dysästhesie/Parästhesie
Missempfindung, die nicht notwendigerweise mit Schmerzen verbunden ist, zum Beispiel ein Kribbeln auf der Haut.

Evozierter Schmerz
Durch äußere Reize unmittelbar ausgelöster Schmerz, zum Beispiel durch Nadelstiche.

Facettengelenke

Wirbelbogengelenke: paarige Gelenkverbindung benachbarter Wirbelkörper.

Faszie
Faszien sind Umhüllungen der Organe, Muskeln und Muskelgruppen. Da alle Körperfaszien direkt oder indirekt miteinander verbunden sind, kann eine erhöhte Spannung sich auch auf einen anderen Körperbereich auswirken.

Faszien-Therapie (inkl. Faszienrolle)

Behandlung unbeweglicher und unelastischer Faszien. Durch Dehnungen, federnde Bewegungen und Selbstmassage, zum Beispiel mit einer Faszienrolle wird der betroffene Körperbereich gelockert.

Fibromyalgie-Syndrom
Eine länger anhaltende Erkrankung mit Schmerzen in mehreren Körperbereichen und erhöhter Schmerzempfindlichkeit. Oft kommen Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen oder andere körperliche und seelische Beschwerden hinzu. Die Ursache der Erkrankung ist bisher nicht bekannt.

Gelenkblockade

Einschränkung der Beweglichkeit eines Gelenks.

Hypästhesie/Hypoästhesie
Vermindertes Empfinden von nicht schmerzhaften Reizen.

Hyperalgesie
Gesteigertes Schmerzempfinden eines schmerzhaften Reizes.

Hyperästhesie
Gesteigertes, aber schmerzloses Empfinden eines nicht schmerzhaften Reizes. 

Hypnose
Ein veränderter Bewusstseinszustand, der sich von Schlaf und Wachsein unterscheidet. Diesen Zustand der tiefen und gleichzeitig wachen Entspannung bezeichnet man auch als hypnotische Trance. In der hypnotischen Trance ist eine unmittelbar wirksame Schmerzbeeinflussung für einen begrenzten Zeitraum möglich, z.B. bei einer Zahnbehandlung.

Hypnotherapie
Eine Form der Psychotherapie, in der hypnotische Trance genutzt wird, um Gedanken und Erinnerungen neu zu verknüpfen, neue Lösungsmöglichkeiten für Probleme zu finden und körperliche Veränderungen für Heilungsprozesse zu fördern. Zur Hypnotherapie gehört auch die Anleitung zur Selbsthypnose als Selbsthilfetechnik.

Hypoalgesie
Vermindertes Schmerzempfinden eines schmerzhaften Reizes.

Iatrogen
Durch Ärzte oder andere Therapeuten verursacht, zum Beispiel als Behandlungsfehler.

Idiopathische Schmerzen
Schmerzen ohne erkennbare Ursache.

Iliosakralgelenksblockade (ISG-Blockade)
Bewegungseinschränkung des ohnehin straffen Gelenkes zwischen Kreuzbein und Darmbein durch Fehlbelastung, Bandlockerung oder Abweichen der Stellung der Gelenkflächen zueinander von der Norm.

Injektion, spinale, intravenöse, subkutane, intramuskuläre
Einbringung von Medikamenten mithilfe einer Spritze. Die Injektion kann in den Nervenwasserraum (spinal), in ein Blutgefäß (intravenös), unter die Haut (subkutan) oder in einen Muskel (intramuskulär) erfolgen.

Invasive Schmerzbehandlung
Behandlungsmethoden, bei denen Medikamente meist durch Injektionen mit Spritzen oder Katheter (dünne Schläuche) in den Körper eingebracht werden. Neben Nervenblockaden zählen auch operative Techniken und elektrische Schrittmacher dazu.

Ischialgie

Sammelbezeichnung für Schmerzzustände im Versorgungsbereich des Ischiasnervs, der vom unteren Rücken über das Bein bis zum Fuß verläuft.

Konservative Schmerztherapie

Behandlung von Schmerzen mithilfe medikamentöser Therapie, Psychotherapie, Physiotherapie (Krankengymnnastik) und/oder physikalischen Maßnahmen, z.B. der Anwendung von Wärme oder Kälte.

Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch
Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen pro Monat, die infolge einer zu häufigen Einnahme von Schmerzmitteln auftreten.

Krankheitsgewinn
Vom Patienten erlebte Vorteile, die aus einer Krankheit hervorgehen können. Das können Zuwendung, Aufmerksamkeit, Schonung, Pflichten abgeben oder finanzielle Entschädigung sein. Manchmal wird hierdurch die Genesung erschwert.

Leitlinien
Medizinische Leitlinien sind systematisch entwickelte Expertenaussagen mit Behandlungsempfehlungen. Sie unterstützen die Entscheidungsfindung von Arzt und Patient und vermitteln den Stand des aktuellen medizinischen Wissens. Leitlinien sind rechtlich nicht bindend, stellen aber Handlungs- und Entscheidungskorridore dar.

Lokalanästhetikum (Mehrzahl: Lokalanästhetika)

Medikament, das eingespritzt werden kann und eine örtliche Betäubung verursacht, z.B. beim Zahnarzt, aber auch bei Operationen.

Magnetresonanztomografie, MRT
Für den Körper unbelastende Technik zur Schnittbildgebung mithilfe von Magnetfeldern, auch als Kernspintomografie bezeichnet.

Medikamentenabhängigkeit
Zwingendes Verlangen nach einem bestimmten Medikament.

Medikamentenfehlgebrauch
Für den Patienten ungünstige Anwendung eines Medikamentes außerhalb der vorgesehenen Zulassung.

Medikamenteninteraktion (auch: Arzneimittelwechselwirkung)

Beeinflussung einer Medikamentenwirkung durch ein anderes Medikament. Die Wirkung kann dadurch verstärkt, abgeschwächt oder aufgehoben werden.

Medikamentenmissbrauch
Körperlicher oder für die Psyche schädlicher Gebrauch von Medikamenten.

Missempfindungen
Ungewöhnliche durch Gefühlsnerven vermittelte Sinneswahrnehmungen, z.B. ein Brennen, Kribbeln, Stechen oder Ameisenlaufen. Diese treten oft infolge von Schädigungen auf, die durch Druck, Einklemmung oder andere Krankheiten eines Nervs entstehen.

Multimodale Schmerztherapie

Ein eng unter den beteiligten Berufsgruppen abgestimmtes, individuelles Behandlungskonzept aus medikamentöser, psychologischer und Physiotherapie. Häufig werden Elemente des Entspannungs-/Bewegungstrainings und der Ergotherapie einbezogen. Die mehrwöchige Therapie beinhaltet die aktive Mitwirkung des Patienten.

Multiprofessionelle Schmerztherapie

Eine Therapie, in der verschiedene Berufsgruppen fachübergreifend zusammenarbeiten. Sie nutzen dabei ihre unterschiedlichen Behandlungsansätze und Behandlungsmethoden. Das Team setzt sich beispielsweise aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sozialarbeit und Pflegefachkräften zusammen.

Myofaszialer Schmerz
Schmerzen, die von Muskulatur, dem Sehnen- oder Bindegewebe ausgehen und durch Verklebung des Gewebes bedingt sind. Siehe auch ->Triggerpunkte.

Nervenblockade
Unterbrechung der Nervenleitung, häufig im Sinn einer Unterdrückung der Schmerzweiterleitung. Diese kann zeitlich begrenzt sein, z.B. durch eingespritzte Medikamente, oder anhaltend, z.B. durch gezielte Behandlung mit Hitze/Kälte oder chemische Substanzen.

Nervenschmerzen
Siehe ->neuropathischer Schmerz

Nervenwurzel
Unmittelbar an das Rückenmark angrenzendes Bündel von Nervenfasern, das Gefühlsnervenbahnen und auch motorische Nervenbahnen zu den Muskeln enthält.

Neuralgie
Attackenförmiger Nervenschmerz. Bekanntestes Beispiel ist die Trigeminusneuralgie mit blitzartig einschießenden Schmerzen im Gesichtsbereich.

Neuritis
Entzündung eines Nervs.

Neuromodulation
Beeinflussung der Erregbarkeit von Nervenzellen, z.B. durch ->Neurostimulation.

Neuronal
Nerven betreffend.

Neuronale Plastizität
Der Ausdruck beschreibt die Anpassungsvorgänge im schmerzverarbeitenden System von Rückenmark und Gehirn, die zu einer Aufrechterhaltung von Schmerzen beitragen können.

Neuropathie
Schädigung eines Nerven, die schmerzhaft oder schmerzlos sein kann.

Neuropathischer Schmerz
Schmerz als direkte Folge einer Schädigung der Gefühlsbahnen im Nervensystem.

Neurostimulation
Erregung von Nerven, meist durch Stromimpulse. Neurostimulation kann von außen erfolgen durch auf die Haut einwirkende Stromimpulse, z.B. ->TENS. Innere Neurostimulation wird durch einen operativ in den Körper eingebrachten ->Neurostimulator durchgeführt, z.B. ->SCS.

Neurostimulator
Elektronisches System, das aus einem Impulsgeber und Kabeln mit Elektroden besteht und schwache elektrische Impulse aussendet, siehe ->Neurostimulation und ->SCS.

Nozizeptiver Schmerz
Normales Schmerzerleben - ausgelöst durch Reize, die auf gesunde Schmerzfasern einwirken. Diese Nervenfasern werden dabei aktiviert, aber nicht zerstört.

Nozizeptor
Für die Wahrnehmung von Schmerzen verantwortlicher Nerv.

NSAR (Nicht-steroidale Anti-Rheumatika)

Gruppe von entzündungshemmenden Schmerzmitteln, die kein Kortison enthalten.

Opioide /Opiate

Gruppe von stark wirksamen Schmerzmitteln. Hauptvertreter der Gruppe ist Morphin. Die Verordnung kann nur auf einem besonderen Betäubungsmittel-Rezept (BTM-Rezept) erfolgen.

Osteoporose
Knochenerkrankung, die mit einer verminderten Knochenmasse und einer Verschlechterung des Knochengewebes einhergeht. Der Knochen wird poröser und ist anfälliger für Brüche.

Palliativmedizin
Medizinischer Bereich, in dem Menschen mit fortgeschrittenen und nicht mehr heilbaren Erkrankungen versorgt werden. Im Vordergrund steht eine Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und Angehörigen durch Linderung belastender Beschwerden wie Schmerzen, aber auch psychischer und sozialer Probleme einschließlich des Ansprechens von Sinnfragen des Lebens.

Periduralanästhesie (auch: Epiduralanästhesie)
Regionale Narkoseform, bei der ein örtlich wirkendes Schmerzmittel in die Nähe des Rückenmarks gespritzt wird.

Periphere Nervenstimulation (PNS)
Elektrische Reizung von Nerven durch unter die Haut eingebrachte Elektroden, meist an Armen oder Beinen.

Periphere Sensibilisierung

Gesteigerte Empfindlichkeit von Schmerzfasern infolge andauernder Reizung, zum Beispiel als Hitzeüberempfindlichkeit bei Sonnenbrand.

Periradikuläre Therapie (PRT)
Einspritzung von schmerzstillenden Medikamenten direkt an eine Nervenwurzel im Bereich der Wirbelsäule.

Perzeption
Vorgang und Inhalte der Körperwahrnehmung, z.B. das Spüren eines brennenden Schmerzes der Füße nach Nervenschädigung.

Phantomschmerzen
Schmerzen, die außerhalb des eigenen Körpers erlebt werden, wo sich ein zuvor amputiertes Bein oder Arm befunden hatten. Auch fehlende Zähne oder eine amputierte Brust können solche Schmerzen auslösen.

Plexus
Nervengeflecht. In der Schmerzbehandlung am häufigsten betroffen sind das Armnervengeflecht (Plexus brachialis), das Beinnervengeflecht (Plexus lumbosacralis) oder das Nervengeflecht des Oberbauchs (Solarplexus).

Polymyalgie
Schmerzhafte entzündliche Erkrankung mehrerer Muskeln.

Polyneuropathie
Wörtlich meint der Begriff: „Viele Nerven sind krank“. Gleichzeitige Schädigung mehrerer Nerven, die schmerzlos oder schmerzhaft sein kann, zum Beispiel im Rahmen einer Zuckerkrankheit. Betroffen sind meist Füße und Hände.

Postoperativ
Die Tage oder Wochen nach einem chirurgischen Eingriff, abhängig von Ausmaß und Folgen der Operation.

Progressive Relaxation
Ein Entspannungsverfahren, bei dem durch abwechselnde bewusste Anspannung und Entspannung der Muskeln die Körperwahrnehmung trainiert und Schmerzen günstig beeinflusst werden können.

Propriozeptoren
Nervenendigungen, die Informationen aus Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln aufnehmen und zur Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum beitragen.

Psychopharmakon (Mehrzahl: Psychopharmaka)
Medikamente mit Einfluss auf die Psyche.

Psychosomatik, Psychosomatische Medizin
Ein Fachgebiet der Medizin. Es beschäftigt sich mit Störungen, bedingt durch Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Körper, Seele und Umwelt.

Psychotherapie
Ein Überbegriff für verschiedene Therapieverfahren, die zur Behandlung seelischer Störungen eingesetzt werden.

Radikulär/pseudoradikulär
Die Nervenwurzeln betreffend (radikulär) oder nur anscheinend (pseudo-) betreffend mit einer vergleichbaren Schmerzausstrahlung.

Rezidivierend
Nach einer Heilung wiederkehrend. Beispielsweise können Entzündungen, Depressionen, Rückenschmerzen oder Krebs erneut auftreten.

Ruheschmerzen
Anhaltende Schmerzen, die durch äußere Reize verstärkt werden können, meist aber ohne diese fortbestehen.

Schmerzgedächtnis
Oberflächlicher Begriff. Dieser Ausdruck beschreibt die Anpassungsvorgänge im schmerzverarbeitenden System von Rückenmark und Gehirn, die zu einer Aufrechterhaltung von Schmerz beitragen können. Zutreffender ist der Fachausdruck „neuronale Plastizität im Schmerzsystem“.

Schmerzpumpe
Pumpe, die schmerzlindernde Medikamente enthält und diese über einen dünnen Schlauch entweder in das Blut oder an Nerven transportiert.

Schmerzschwelle
Die geringste Reizstärke, die als schmerzhaft empfunden wird.

Schmerztherapeut
Bezeichnung für einen Arzt, Psychologischen Psychotherapeuten oder Physiotherapeuten, der Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen behandelt. Am häufigsten meint die Verwendung des Begriffs Mediziner mit einer Weiterbildung in „Spezieller Schmerztherapie“ zusätzlich zu ihrer fachärztlichen Ausbildung als z.B. Anästhesist, Neurologe oder Orthopäde. Für die Berufsgruppen der Psychologischen Psychotherapeuten und Physiotherapeuten gibt es die Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerzpsychotherapie“ oder „Spezielle Schmerzphysiotherapie“.

Skoliose
Verdrehung und seitliche Verbiegung der Wirbelsäule.

Somatoforme Störung
Länger anhaltende körperliche Beschwerden, die den Alltag stark beeinträchtigen und für die nach sorgfältiger Untersuchung keine oder keine ausreichende körperliche Ursache gefunden wurde. Ein Beispiel ist eine durch Gefühle (Emotionen) ausgelöste Erregung im Körper, die einen Bluthochdruck bei Ärger bewirkt oder das Auftreten von Übelkeit bei zugrunde liegender Angst.

Spinal cord stimulation (SCS)

Verfahren, das mithilfe von Stromreizen direkt am Rückenmark Einfluss auf die Schmerzverarbeitung nimmt.

Spinalkanalstenose
Einengung des Wirbelkanals, die zu einer schmerzhaften Quetschung von Rückenmark oder Nervenwurzeln führen kann.

Spontanschmerzen
Schmerzen, die ohne erkennbare äußere Ursache auftreten.

Sympathisches Nervensystem
Teil des sich weitgehend selbst steuernden Nervensystems mit Einfluss auf Herzrhythmus, Blutdruck, Darmtätigkeit, Schwitzen, aber auch auf die ->Chronifizierung von Schmerz.

TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation)
Elektrisches Reizverfahren mit Aufkleben von Elektroden auf die Haut mit dem Ziel einer Schmerzlinderung.

Traditionell Chinesische Medizin (TCM)
Aus China kommende Heilkunde mit den 5 Säulen Arzneitherapie, Akupunktur, Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten), Tuina und Shiatsu (Massagetechniken) und Qigong und Taijiquan (Bewegungsübungen/Kampfkunst).

Trigeminusneuralgie
Meist nur Sekunden andauernde und blitzartig einschießende, elektrisierende Schmerzen im Gesichtsbereich nach Schädigung des verantwortlichen Gefühlsnervs (Trigeminus-Nerv). Die Schmerzen können ohne Auslöser auftreten, oder nach Berühren des Gesichts oder durch Kaubewegungen ausgelöst werden.

Trigger
Auslöser.

Trigger-Punkt
Punkt innerhalb eines Muskels, an dem sich auf Druck Schmerz auslösen lässt, der ausstrahlt und sich auch auf andere Körperabschnitte ausbreiten kann.

Verhaltenstherapie (VT)
An der wissenschaftlichen Psychologie ausgerichtete Form der ->Psychotherapie. Wichtige Grundlage ist der Zusammenhang von Denken, Fühlen und Handeln. Patienten haben oft eine aktive Rolle in der Therapie, z.B. durch Übungen, die im Alltag ausprobiert werden.

Viszeralschmerz (auch viszeraler Schmerz)
Ein Schmerz, der von Organen des Bauchraums oder der Beckenhöhle ausgeht, wie Magen, Darm, Milz, Leber und Nieren.

WHO-Stufenschema
Dreistufige Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO=World Health Organisation) zur Behandlung von Tumorschmerzen. Stufe 1: Behandlung mit leichten Schmerzmitteln wie ->NSAR. Stufe 2: zusätzliche Gabe von mittelstark wirksamen Schmerzmitteln wie ->Opioiden. Stufe 3: wie Stufe 2, aber mit Gabe stark wirksamer statt mittelstark wirksamer Opioide.

Work hardening
Ein Trainingsprogramm, das sich aus einem Hebe-, Haltungs- und Arbeitstraining zusammensetzt. Es ist auf die individuellen Bedingungen am Arbeitsplatz ausgerichtet.

Zentrale Schmerzen
Schmerz nach Schädigung der Schmerzbahn im Rückenmark oder Gehirn, zum Beispiel nach Schlaganfall.

Zentrale Sensibilisierung

Gesteigertes Antwortverhalten von schmerzverarbeitenden Nervenzellen in Rückenmark und Gehirn.

Zielkonflikt
Eine Situation, in der eine Beschwerdebesserung durch weitere gegensätzliche Ziele erschwert oder unmöglich wird. Meistens sind diese Konflikte den Betroffen nicht vollständig bewusst.

Autoren: Bernd Kappis, Friederike Keifel, Britta Lambers, Peter Post, Heike Norda,
Roman Rolke, Hella Warnholz